Bienenstich - klassisch guad

Bienenstich – ein Klassiker neu interpretiert

„Es ward im Jahre 14soundso, da gab es ein Städchen namens Andernach am Rhein. Es hatte den Zorn des Nachbarstädtchen auf sich gezogen, indem der werte Kaiser die Zolleinahmen den Andernachern zusprach. Nun waren die Bewohner von Andernach ein lustiges Völklein und ließen sich gerne feiern. Die betrogenen Linzer aber, denn so hieß das andere Städtchen, wollten es den Andernachern heimzahlen und gingen in aller Hergottsfrühe in Angriffsstellung. Aber die Linzer hatten nicht mit zwei jungen Bäckersgehilfen gerechnet, die just zu dieser frühen Stunde einem Bienenvolke den Honig rauben wollten. Wie aber erschracken sie, als sie die Angreifer sahen und warfen in aller Hast die Bienenkröbe auf die stattlichen Männer in fester Rüstung… welche diesen zum Verhängnis wurde. Bienchen in Rüstungen sind keine gute Idee, weshalb auch alle Ausreiss nahmen. Die Andernacher aber buken zur Feier dieses Ereignisses ein köstliches Gebäck mit Honig und Mandeln –  der Bienenstich war erfunden!“

Der Sauerteig

Mein Hefeteig ist aus Dinkelvollkornmehl mit einem Teil Dinkelmehl. Eine tolle Alternative zum Weizenmehl, da es sich ebenfalls gut verarbeiten lässt.

Vollkorn hat aber auch seine Tücken denn es ist für unseren Magen schwerer verdaulich. Außerdem wird Gebäck aus Dinkel leider schnell altbacken. Also habe ich meinem Bienenstich die Liebe und Zuneigung zuteil kommen lassen, die er verdient: einen feinen Sauerteig für optimal aufgeschlossene Nährstoffe, einen Frischekick fürs Gebäck und extrafeine Aromenvielfalt! Ich muss sagen, genial!

Und ich muss den Geschmack erwähnen. Nicht einfach Hefeteig oder trockenes Vollkorngebäck, nein, er ist ganz leicht säuerlich und nussig.  Und saftig, ohne an Vollkorn zu erinnern. Klar, es ist zwar aufwendiger, denn man muss erst mal einen Sauerteigansatz machen. Das ist aber nur ein Zeitfaktor. Und Zeit habe ich als Hausfrau und Mutter von drei kleinen Kindern ja genug, haha.

Ich habe also über 5 Tage einen Dinkelsauerteigansatz gemacht. Bei Interesse einfach bei Dieter Kappl oder bei Stefanie nachlesen, die haben das schon so schön erklärt, da brauch ich nix hinzufügen (geschweige denn schreiben :-)). Und selbst ich habe das verstanden, also ist es nicht wirklich schwierig. Natürlich kann man auch nur Hefe verwenden und den Teig lange gehen lassen, auch dann wird das volle Korn bekömmlich. Aber ich persönlich finde den Sauerteig unschlagbar!

Mandelblättchen für Bienenstich
Bienenstich
Vanillequark für Bienenstich
Bienenstich

Die Füllung

Normalerweise ist der Hefeteig mit einer  Sahne- oder Vanillebuttercreme gefüllt. Aber mir persönlich wird davon leider immer etwas übel. Und gleich danach brauch ich was Gescheites zum Neutralisieren! Das hieße für meinen kleinen Körper doppelt so viel Kalorien – des geht halt gar ned. Also habe ich mich entschieden, diesen Bienenstich ganz anders bzw. überhaupt nicht zu füllen

Die Sache ist ja die. Hat man schon mal einen Bienenstich gemacht, weiss man, dass es ziemlich nervig ist, den Kuchen in der Mitte durchzuschneiden, die wackelige cremige Füllung da drauf zu schmieren, den Deckel wieder drauf zu machen und dann das ganze auch noch optisch hübsch in Stücke zu schneiden. Pfff, viel zu viel Aufwand.

Außerdem möchte ich gern einen Teil des Kuchens einfrieren, da passt es nicht, wenn die Füllung schon drin ist. Und da ich momentan sooooo gern Quark und Joghurt esse, dachte ich mir, ich mache Fingerfood draus. Ich schneide den Kuchen in Stücke und stelle eine Schüssel leckeren Vanillequark dazu.

Quark enthält viel gutes Eiweiss, welches satt macht und die Vanille stillt Gelüste auf Süßes, sodass der Quark mit wenig Süße auskommt. Perfekt für mich!

Löffel klassisch guad

moderner Bienenstich mit Sauerteig

Portionen 12 Stücke

Zutaten
  

am Vortag

  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • 50 g Wasser
  • 10 g Sauerteigansatz

am Backtag

  • 100 g Sauerteig
  • 200 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Dinkelmehl weiß
  • 50 g Butter
  • 40 g Honig
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 10 g Hefe
  • 100 ml Milch

Der Belag

  • 70 g Butter
  • 70 g Honig
  • 200 g Mandeln gehobelt

Anleitungen
 

am Vortag

  • Die Zutaten miteinander vermischen möglichst bei 30°C stehen lassen. Ich habe meinen Ofen kurz bei 50°C vorgeheizt und den Sauerteig abgedeckt reingestellt. Das Licht habe ich angelassen und er war fast bis zum nächsten Tag auf idealer Temperatur. Die Temperatur sollte bei ca. 30°C liegen, bei dieser Temperatur vermehren sich vorwiegend die Milchsäurebakterien, was bedeutet, der Sauerteig wird etwas milder, was bei süßen Teigen gewünscht ist.

am Backtag

  • Alle Zutaten gut kneten. Ja, ich mache das so, kein Vorteig kein Tamtam, ich hau alles in meine Küchenmaschine und lass kneten. Bei Dinkelteigen sollte man ca. 8 Minuten langsam kneten und nur 1 Minute schnell, Dinkelteige sind schnell über knetet, da der Kleber schneller auseinander fällt als bei Weizen. Außerdem sollte der Teig schön weich sein, da Dinkel schnell trocken wird, vor allem bei Vollkorn.
  • Den Teig 2-3 Stunden abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen.
  • Wenn sich das Volumen sichtbar vergrößert hat, einmal gscheid durchkneten und auf einem Backpapier zu einem ca. 30 x 30 cm großen Quadrat ausrollen.
  • Den Teig nochmals gute 15 Minuten entspannen lassen.

für den Belag

  • Die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, dann den Honig dazugeben.
  • Die Mandeln unterrühren.
  • Die Masse abkühlen lassen (am Besten während der Gehzeit des Hefeteiges zubereiten).
  • Dann die Masse vorsichtig mit einem Spatel auf dem ausgerollten Teig verteilen.
  • Den Bienenstich bei 170°C Heißluft 30 Minuten backen. Darauf achten, dass die Mandelkruste nicht anbrennt (nicht so wie bei mir, bei mir ist sie jedes Mal ein wenig angebrannt, liegt bestimmt am Ofen)
Bienenstich mit Vanillecrème

leichte Vanille-Crème

Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 20 ml Milch
  • 1 Vanilleschote, bester Qualität
  • 250 g Topfen, 20%
  • 1-3 EL Honig

Anleitungen
 

  • Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen.
  • Vanilleschote, Vanillemark und Milch in einem kleinen Topf vorsichtig erhitzen. Dann abkühlen lassen (umso länger, umso intensiver wird der Vanillegeschmack).
  • Die Schoten entfernen, Vanillemilch mit dem Quark verrühren und den Honig unterrühren.
an guaden!