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Familienleben mit einem Krebskranken – die Zukunft

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie es zur Diagnose meines Mannes kam und wie wir momentan damit leben.

Heute möchte ich darüberschreiben, was ich dazu beitrage und wie wir mit der Situation umgehen lernen.  Dieser Beitrag ist auch etwas wirrer, da die Zukunft eigentlich ungewiss ist und ich nicht genau weiß, wie ich das alles in Worte fassen kann.

Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch, ich bin nach der Diagnose nicht in ein schwarzes Loch gefallen. Ich werde bei schlimmen Nachrichten eher angetrieben und motiviert.

Ich habe überlegt was ich tun kann, von der medizinischen Seite her, muss ich mich natürlich auf die Ärzte verlassen.

Von der psychischen Seite versuche ich meinen Mann immer zu unterstützen, ich nehme ihn in dem Arm, ich frage ob er was braucht, ich will mit ihm was unternehmen, oder ihm Aufgaben geben, damit er Ablenkung hat. Aber auch motivieren, schimpfen

Leider ist das alles einfacher gesagt als getan. Jemand der ständigen Schmerzen und Angst hat, ist auch für die eigene Psyche sehr belastend. Man kann nicht nur für ihn da sein, manchmal ignoriere ich seine Laune oder seine Schmerzen. Es soll sich jetzt nicht böse anhören, ich persönlich kann ihm nicht ständig „hinterherlaufen“ und bei jedem Schmerz neben ihm sitzen und Händchen halten. Das meine ich nicht böse, sondern ich brauche diese Zeit. Da er ja permanent Schmerzen hat, plus die kleinen Kinder die ständig was brauchen, da würde ich durchdrehen. Natürlich weiß er das, ich habe mit ihm meine Gefühle und mein Verhalten beredet.

Auch will er das gar nicht, wenn alles getan ist, er alle Medikamente genommen hat, wir über den Schmerz gesprochen haben, dann will er auch seine Ruhe. Ich kann ihm da nicht helfen, also gehe ich und tue was für mich. Es gibt bestimmt Kranke, die da fordernder sind, wir haben das so arrangiert.

Ich lenke mich mit dem Blog und der Ausbildung zur Ernährungstrainerin ab. Ich liebe das Thema Ernährung, vor allem gute Lebensmittel. Meist arbeite ich am Abend, wenn die Kinder schlafen und vormittags, wenn ein Teil im Kindergarten ist und mein Mann Zeit für den Jüngsten, Josef hat. Leider nicht immer so regelmäßig wie ich möchte, es gibt auch noch einen Haushalt und einen Garten!

Bedeutung für uns und unsere Ernährung

Auf Grund meiner Erfahrungen bin ich sehr ängstlich geworden in Bezug auf Gesundheit. Ich muss gesund bleiben, ich habe drei kleine Kinder. Auch möchte ich nicht, dass meine Kinder jemals an Krebs erkranken (und das Allerschlimmste eintritt, dass ein Kind vor mir stirbt!.). Deshalb setz ich mich viel mit Ernährung und Krebs auseinander. Ich möchte mich auch darauf spezialisieren, auf Lebensmittel die präventiv und unterstützend wirken. Und eine Lebensweise die krebserregende Stoffe weitgehend ausschließt und auch nachhaltig ist.

Das hört sich natürlich alles sehr motiviert und toll an, aber im realen Leben funktioniert bei uns auch nicht alles perfekt. Zum Beispiel gibt es bei uns momentan Süßigkeiten, gekauftes Eis und Wurst, obwohl ich das gerne reduzieren möchte. Aber aus dem Grund, dass mein Mann zunehmen muss, egal wie, soll er Dinge essen, die er gern isst und die viele Kalorien haben. Da ist der wirkliche Nährwert zweitrangig. Was die Kindern natürlich mitkriegen.

Aber ich will auch nicht der päpstliche Papst sein. Ich denke, wir essen als Grundlage immer frisch, Gemüse, Obst, Getreideprodukte in Bioqualität. Der Rest ist halt nicht perfekt. Aber wie gesagt, dass ist niemals Sinn der Sache! Es ist wichtig, zu genießen! Essen macht Freude, nährt, hält gesund.

Es ist mir oft unbegreiflich, das immer noch der Glaube herrscht, gutes, hochwertiges Essen sei entbehrlich! Der Körper lebt von dem was wir essen!

Um ein wenig davon zu teilen, was ich für meine Familie tun kann und will, um sie gesund zu halten und um meinen Mann während der Erkrankung zu unterstützen, vielleicht anderen zu helfen, mache ich diesen Blog. Er ist nicht perfekt, aber ich liebe ihn und ich versuche alles möglichst gut umzusetzen was ich mir vornehme. Ich würde mich auch freuen, wenn es ebenfalls Betroffene gibt, die Fragen haben oder sich austauschen möchten! Einfach melden!

Sonst sieht die Zukunft bei uns zwar nicht gut aus, meinem Mann geht es mit jedem Tag ein bisschen schlechter. Die Ärzte haben ihn zwar noch nicht aufgegeben, aber man sieht es ihm einfach an, dass er selbst bald keine Lust mehr hat.

In dieser Zeit, sind wir aber schon oft zusammen weg gefahren, was wir früher nicht so oft gemacht hätten! Wir ordnen unser Leben gerade extrem nach Wichtigen Dingen und werfen alles Unwichtige raus! Das fängt beim Haus, bei der Einrichtung, dem Spielzeug an. Und geht bei den Lebens- , Reise-Wünschen und bei Freunden weiter.

Für mich ist das sehr befreiend, ich habe das Gefühl der Endlichkeit des Lebens und mach einfach. Ich überlege nicht mehr 1000 mal wie früher, ob vielleicht oder doch nicht.

Und ich denke, wir haben trotz Krankheit die Besten Karten, wir leben in einem tollen Land mit einer super Gesundheitsvorsorge. Viele Menschen stehen uns zur Seite. Ich kann noch zu Hause bleiben und mich um meinen Mann kümmern und muss nicht jeden Tag zu einem Arbeitsplatz fahren. Unsere Kinder sind gesund. Ich bin gesund.

Das Leben geht weiter!

Wie weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Falls mein Mann weiterhin bei uns bleibt, kann es sein, dass er ein Pflegefall wird. Soll ich ihn daheim lassen oder ins Hospitz bringen?

Falls er stirbt muss ich arbeiten, muss drei Kinder betreuen lassen und bin komplett allein, ohne Großeltern oder Familie mit Haus un Garten.

Von wem soll ich meine Kinder betreuen lassen? Was soll ich arbeiten? Wieviel Geld muss ich verdienen? Können wir uns je wieder was leisten? Wie erziehe ich Kinder ohne Vater? Werde ich wieder glücklich werden?

Nur ein kleiner Auszug an Fragen, die auf mich zukommen werden.

Aber soll ich Euch was sagen? Interessiert mich null. Ich mache was ich für gut finde, ich werde eine Lösung für die Kinderbetreuung finden. Und wenn die Kinder mit in die Arbeit kommen oder ich von zu Hause aus arbeite. Wir sind im 21. Jahrhundert, warum soll eine alleinerziehende Mutter das nicht schaffen, bei all den Möglichkeiten?

Außerdem haben wir noch Zeit, und die muss erst noch gefüllt werden, mit schönen Erinnerungen!

Also, fight cancer!

Nach dem Verweilen darfst Du teilen:

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