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Warum Bewegung in der Krebsprävention so wichtig ist – und Tipps aus meinem Alltag

Bewegung in der Krebsprävention

Es ist Winter, die Nacht ist dunkel und kalt, aber auch sternenklar. Ich atme ganz tief die frische Luft in meine Lungen, mein Kopf klart auf, die kalte Luft dringt bis in meine Fingerspitzen. Die ersten Schritte, mein Körper lockert sich. Ich gehe rascher und spüre meine Muskeln, ein angenehmes Gefühl durchströmt meinen Körper. Ich will gehen, ich will mich bewegen, gegen die Kälte ankämpfen. Ich schau in die Stille, in die Dunkelheit und meine Gedanken ordnen sich und kommen zur Ruhe. Ein Auto fährt an mir vorbei, die Menschen schauen fernsehen in ihren Häusern. Es ist ruhig, und ich fühle mich großartig. Ich könnte stundenlang einfach nur in der frischen, kalten Luft spazieren gehen. Es ist für mich eine kleine Auszeit, die nur mir gehört, ich darf denken was ich will, in Erinnerungen schwelgen, die Zukunft planen, Träume erleben. Nach eine halben Stunde gehe ich wieder ins warme Haus. Ich mach mir einen heißen Tee und genieße das Gefühl, etwas getan zu haben. In meinem Kopf herrscht eine wohlig ruhige Atmosphäre, mein Körper ist wunderbar entspannt.“

Das ist einer meiner Lieblings-Bewegungstipps momentan. Einfach eine kurze Runde am Abend in der kalten Luft ganz allein spazieren gehen, mein Körper liebt das!
Warum ich das erzähle? Weil Bewegung so wichtig ist!

Bewegung in der Krebsprävention

Erst seit ein paar Jahrzehnten sitzen wir praktisch fast nur am Schreibtisch und geben unserem Körper nicht genügend Auslauf. Nach Feierabend ist man meist auch kaputt, verständlich. Die Komfortzone wird riesig. Man sieht lieber noch fern, weil man einen so stressigen Tag hatte!
Unser Körper ist mit seinen über 650 Muskeln dafür gemacht, sich zu bewegen. Wirklich! Wir sind nicht auf der Welt um den ganzen Tag vor dem Rechner zu sitzen und abends vor dem Fernseher. Unser Körper ist immer noch darauf spezialisiert, Essen zu jagen, zu finden und nicht auf Lieferservice-Bestellung.

Es existieren bereits sehr viele Studien, die belegen, dass Bewegungsmangel viele Arten von Krebs begünstigt und unterstützt. Die Forschung steckt bei dem Thema zwar noch in den Kinderschuhen, aber es zeigt sich einfach z.B. bei Dickdarmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs eine erhebliche Senkung des Erkrankungsrisikos von bis zu 30%.

Auf was wirkt sich Bewegung aus?

  1. Auf chronische Entzündungen in unserem Körper. Entzündungen sind nicht nur äußerlich und spürbar, sondern laufen auch in unserem Körper ab, z. B. durch zu viel Alkohol (Leber) und Nahrung (Bauchspeicheldrüse). Sie bewirken eine ständige Tätigkeit unseres Immunsystems, was wiederum ein Milieu schafft, in dem sich Krebs so richtig wohl fühlt. Durch die aggressiven Sauerstoffradikale, die vermehrt bei der Aktivität des Immunsystems entstehen, mutiert die DNA rascher, das heißt, Krebs kann schneller entstehen. Und bestimmte Zellen des Immunsystems begünstigen zusätzlich Zellwachstum und die Ausbreitung der Krebszellen. Durch Bewegung schüttet der Körper vermehrt solche Immunzellen aus, die anti-entzündlich wirken.
  2. Auf das Insulin. Durch regelmäßige Bewegung kann der Blutzucker viel besser gehalten werden, da Glukose besser von den Zellen aufgenommen werden kann. Es wird somit weniger Insulin ausgeschüttet. Das ist gut, den Insulin ist auch ein Wachstumshormon und wie man weiß, liebt die Krebszelle Wachstum.
  3. Senkung von bestimmten Hormonen im Blutkreislauf, die hormonabhängige Krebsarten begünstigen, z.b. Brustkrebs, Prostatakrebs.
  4. Auf das Immunsystem. Körperliche Belastung bewirkt dass Adrenalin ausgeschüttet wird. Dieses aktiviert das Immunsystem, unter anderem die Killerzellen, die auch für die Tumorabwehr zuständig sind. Bei regelmäßiger Bewegung können diese Abläufe schneller und effizienter vorangehen.
  5. Auf Stress. Stress aktiviert Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol), diese wiederum rufen Entzündungsreaktionen im Körper hervor, siehe chronische Entzündungen, Punkt 1.
  6. Last but am aller wichtigsten: Gewichtskontrolle. Schade, aber wahr, das Fett in unserem Körper, das zu viel ist, ist krebserregend. Es herrscht dort eine prima Umgebung für chronische Entzündungen, siehe oben. Es sendet auch z.B. eigene Hormone aus, die wiederum Zellwachstum begünstigen. Außerdem ist Übergewicht meist gleich mit hohem Insulinspiegel. Sprich noch ein Wachstumsfaktor.

Wichtig ist allgemein, dass Bewegung den Kreislauf, das Immunsystem, das Wohlgefühl (Bewegung hilft nachweislich gegen Depressionen) und das Gewicht reguliert und unterstützt.
Und all das hilft dabei, Krebszellen noch in der Entstehungsphase zu bekämpfen. Das ist doch toll, oder? Es ist nämlich tatsächlich so, dass bei jedem Menschen irgendwann eine Zelle mutiert und das Anfangsstadium einer Krebszelle erreicht. Unser Körper aber kann so viel bekämpfen, das Immunsystem ist eine so unglaubliche Sache, die so wichtig ist und unbedingt unterstützt werden muss! Und es ist so einfach und billig unseren Körper gegen Krebs kämpfen zu lassen, damit ein richtiger Tumor erst gar nicht entsteht. Natürlich klappt das nicht immer, ich will das jetzt verallgemeinern. Aber wir haben ein mächtiges Mittel in der Hand um unseren Körper zu unterstützen, damit der blöde Krebs erst gar nicht so weit kommt uns einzunehmen. Warum das nicht nutzen, wo es doch zu unseren Grundbedürfnissen gehört und uns glücklich macht?

Aber heißt das jetzt, dass man jeden Tag Sport machen soll? Sich aufraffen, ins Fitnessstudio zu gehen, das kostet auch noch ziemlich viel Geld! Oder soll man Laufen, Radfahren?

Nach dem Bericht der World cancer Research Fund sollte man täglich 30 Minuten Bewegung einplanen. Egal wie, wo oder wann. Es gibt keine spezielle Empfehlung welche Art der Bewegung am Besten ist. Und Bewegung bedeutet der Körper muss in Schwung kommen, die Muskeln arbeiten, das Herz pumpt schneller, die Lungen atmen tiefer und schneller…

Meiner Meinung nach, ist es eine Lebenseinstellung, kein „ich muss Sport machen, bei der und der Pulsfrequenz etc.“. Ich finde der Körper sollte allgemein den ganzen Tag über in Bewegung sein.

Ich muss ja zugeben, dass ich keinen Bürojob habe und mich soweit fast ständig bewege/ bewegen kann. Aber ich habe zusätzlich das laufen, bzw. schnelle gehen für mich entdeckt, tut mir so gut, körperlich wie psychisch, es ist unglaublich. Da macht Bewegung halt Spaß! Ins Fitnessstudio zu gehen oder mich zwingen jeden Tag zu joggen, könnte ich auch nicht.

Meine Bewegungstipps für den Alltag

Ich versuch jeden Tag spazieren zu gehen, entweder mit den Kindern zum Einkaufen oder ich parke möglichst weit weg, damit ich lange gehen kann. Oder klar, der Klassiker, Treppe statt Aufzug oder auch wild das Haus putzen! Auch mache ich mir bewusst das Leben schwerer, indem ich z. B, 5-mal im Haus die Treppe hochlaufe um etwas zu holen (na gut, das ist nicht immer Absicht, meist vergesse ich die Hälfte ;-))

Ich mag generell eher ungesellige Sportarten wie Joggen, Skifahren etc. Ich habe daheim ein Laufband um am Abend mit meiner Lieblingsmusik ein wenig zu walken. Muss nicht lang sein, aber es macht so Spaß, endlich laut meine Lieder hören zu können ohne dass jemand schreit: „Ich will aber Kinderlieder hören!“

Oder ich tanze einfach. Das ist auch Bewegung 🙂 Und es beschäftigt mich abends, wenn ich allein bin, die Kinder sind im Bett und ich am liebsten heulen oder ein Flasche Wein trinken möchte. Da ist jede Art der Ablenkung gut.

Bewegung in der Krebsprävention

„Egal was kommt es wird gut sowieso, immer geht ne neue Tür auf irgendwo!“ – Mark Forster

Jeder sollte für sich selbst herausfinden, was ihm Spaß macht. Meine Freundin z. B. will lieber einen Mannschaftssport machen, sie trifft dort neue Leute und hat Spaß am Spiel. Oder meine Cousine läuft gern und zwar richtig weite Strecken, den Berg hoch. Sie liebt die Landschaft und die Berge. Oder man macht gerne eine Stadt- oder Shoppingtour. Das ist auch Bewegung, die Spaß macht (aber auch Geld kostet 😉).

Früher bin ich wahnsinnig gern schwimmen gegangen, im Wasser gleiten, und danach ein Runde Dampfbad und entspannen. Das war es auch was ich mir gemerkt habe, das schöne warme entspannte Gefühl danach. Nicht „ich muss jetzt schwimmen gehen“. Versteht ihr? Ich habe meist nur das gemacht, wo ich mich danach super fühlte, ich es wieder machen wollte, ohne Zwang.

Natürlich ist da das leidige Problem mit dem Bürojob. Da sitzt man nun mal. Ich sitze auch wenn ich am Blog schreibe oder was lese. Ich steh aber alle 45 Minuten auf und hole mir Wasser, gehe aufs Klo (folglich :-)), strecke mich, gehe im Kreis…  Man soll nach dieser Zeit eh eine kleine Pause machen, kurz in die Natur schauen oder zumindest aus dem Fenster. Sich kurz bewegen, das fördert die Konzentration, das Getane wird besser verarbeitet.

Ich achte auch viel auf meine Kinder, die sind wahre Meister im Bewegen! Die Laufen z. B. alle Strecken, ALLE! Vom Klo an den Esstisch, vom Esstisch ins Wohnzimmer und so weiter. Die brauchen auch wirklich jeden Tag Auslauf, sonst flippen die aus. Mein persönliches Vorbild! Wenn es geht, gehen wir immer am Nachmittag raus, wenn das Wetter schlimm, halt nur eine halbe Stunde. Und das prägt auch mich, ich brauche diese kurzen Auszeiten.

Bewegung im Alltag

Es geht wirklich nicht um stundenlanges Laufen, Rad fahren, Fitnessstudiobesuch, sich an die körperlichen Grenzen zu bringen oder Leistungen zu bringen, die man nicht bringen will. Es ist die Summe der Bewegungen die man am Tag macht. Immer wieder ein wenig, ist immer noch besser als den ganzen Tag nicht und am Abend eine Stunde Fitnessstudio, einmal die Woche.

Ich glaube es hilft schon, einfach mal darauf zu achten, wie oft man sich tatsächlich bewegt oder nicht bewegt. Und sich einmal bewusst bewegen, bewusst spazieren gehen, wie fühlt sich das an? Wie fühle ich mich danach? Wie geht es meinem Körper, meinem Kopf?

Hat sonst jemand noch Tipps für mehr Bewegung im Alltag?

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